Weinbau hat in der Familie Vidal eine weit zurückreichende
Tradition. So ist es wenig verwunderlich, dass die heutige Generation
auf eine stattliche Anzahl alter
Rebstöcke zurückgreifen kann.
Insgesamt 42 Hektar sind
derzeit mit Reben bestockt. Sie alle befinden sich im Eigentum der
Bodega, können somit optimal bearbeitet und kontrolliert werden.
Theoretisch könnte man mit den vorhandenen Rebgärten fast
400.000 Kilo
Trauben erwirtschaften. Jedoch würde dies der Philosophie der
Bodega diametral entgegenstürmen. Der maximale Ertrag liegt bei
5.000 Kilogramm oder
3.500 Liter pro Hektar für Verdejo und 4.000 Kilogramm
oder 2.800 Liter pro Hektar für Tinta Fina.
Die Weinberge befinden sich fast ausschließlich in der Gemarkung La Seca sowie zwischen den Orten La Seca und Tordesillas. Die wichtigsten Einzellagen sind die Pagos Varrastrojuelos und Valdechimoza sowie La Matea, alle in La Seca gelegen. Hier stehen die besten Verdejostöcke mit einem Alter von bis zu siebzig Jahre. Quasi alle Rebstöcke sind im klassischen, traditionellen Kopfschnitt gezogen. In einigen, sehr alten Rebanlagen beträgt die Pflanzdichte nur tausend Stöcke pro Hektar, in der Regel wurde jedoch in Abständen von 1,5x3,0 Meter gepflanzt, so dass 2.500 Stöcke pro Hektar stehen. Maximal werden drei Kilo pro Stock geerntet.
Eine der jüngsten Einzellagen ist der Pago Camino La
Peña.
Er wurde
1984 mit Tinta Fina
bestockt. Die Setzlinge stammten aus
Pedrosa de Duero, aus alten Weinbergen der D.O. Ribera del Duero.
Selbst dieser relativ junge
Weinberg wurde im Kopfschnitt gezogen. Alicia Vidal legt
äußerst großen Wert darauf, von
Tinta Fina und
nicht etwa von Tempranillo zu sprechen. Mit dieser sprachlichen
Klarstellung zieht sie eine Trennlinie zwischen ihren Weinen und
anderen Rotweinen aus Rueda.
Der Kopfschnitt hat zur Folge, dass maschinelles Arbeiten in den Weinbergen nur bedingt möglich ist. Der Einsatz chemischer Hilfsmittel ist hier in den Weinbergen nur selten vonnöten. Durch die hohe Lage der Region, etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel, und dank des kontinentalen Klimas sind Rebkrankheiten die Ausnahme. Gelesen wird, und das ist eine Besonderheit, die außer bei Vidal Soblechero nur höchst selten anzutreffen ist, manuell - und das nachts! Nun ist weder Nachtlese noch manuelles Ernten eine Besonderheit. Die Kombination beider Verfahren ist jedoch sehr aufwendig. So müssen Flutlichtmasten mitsamt Stromverbindung die jeweilige Ernte-Parzelle beleuchten. Ab vier Uhr morgens wird gelesen. Da die Weinberge nicht weit entfernt sind von der Bodega, gelangen die Trauben bei guten, will sagen niedrigen Temperaturen zur Verarbeitung. Außerdem sind die Säurewerte früh morgens stets ein klein wenig höher als bei Ernten am Nachmittag.
Gut 27
der insgesamt 42
Hektar sind mit Verdejo bestockt.
Auf etwa
10 Hektar steht Tinta Fina, auf dem Rest Viura. Derzeit wird noch nicht
die gesamte Ernte selbst vermarktet. Ein Teil der Trauben wird
ausgebaut und an andere Bodegas der D.O. Rueda weiterverkauft,
insbesondere die Tinta Fina-Trauben
finden reißenden Absatz. Langfristig ist geplant, alle Trauben
selbst zu
vermarkten, was zu einer Produktion von etwa 200.000 Flaschen
führen würde. Hierfür ist aber noch ein gutes Stück
Weg zurückzulegen. Vom Jahrgang 2007 werden etwa 140.000 Flaschen
abgefüllt.