Langsam werden die Wolken dicker und dichter. Noch aber ist es
trocken. Eine gewisse Hektik kommt in der Region auf. Alles, was
zumindest halbwegs reif ist, wird aus Furcht vor dem großen Regen
gelesen, die Traubenvollernter fahren nun auch am Tag. Wir haben heute
die Verdejo-Ernte abgeschlossen, zumindest für den Moment.
Natürlich hängt der potentielle Eiswein noch. Ansonsten war
es eine sehr gute Ernte. Dank der relativ moderaten Temperaturen ist
der Zuckerunterschied stabil über die gesamte Lese, anders als im
vergangenen Jahr, als es fast eineinhalb Grad Unterschied gab. Ein
wenig Viura hängt noch - der wird morgen gelesen. Und dann ist
wahrscheinlich erst einmal Pause. Denn die noch hängenden blauen
Trauben brauchen noch etwa eine Woche, nur mäßigen Regen
vorausgesetzt.
Während halb Ribera del Duero über teilweise horrende
Frostschäden klagt, herrscht bei uns noch immer bestes Lesewetter.
Was aber nichts mit den geernteten Mengen zu tun hat. Heute hat der
Consejo eine aktualisierte Statistik vorgelegt, die besagt, dass
bislang lediglich 12 Millionen Kilo Verdejo gelesen sind. Und das
instabile Wetter droht bedenklich. Letztes Jahr waren es gut 28
Millionen und eineige Neuanlagen sind dieses Jahr hinzugekommen, so
dass bei dem Schnitt der letzten drei Jahre eigentlich die 30 Millionen
geknackt werden müssten - aber Fehlanzeige. In den
Supermärkten wird es weniger Rueda geben dieses Jahr. Ganz
besonders spannend ist es bei dem Rotwein. Da stehen bislang gerade
einmal 25.000 Kilo zu Buche, etwa die Hälfte ist von uns. Letztes
Jahr gab es 4 Millionen Kilo Tinta Fina. Wir haben heute die letzte
Fuhre Drahtrahmenverdejo eingefahren. Die Bodegas, die sich ihren
Verdejo von uns keltern lassen, dürfen sich freuen. Sie werden
auch 2007 guten Wein bekommen. Die Handlese für unseren Verdejo
wird noch einen Tag andauern. Heute wurde eine weitere Parzelle
gelesen. Fehlen noch zwei.
Das Ende der Lese naht. Wenn das Wetter hält, werden wir am Sonntag mit dem Verdejo fertig. Erneut haben wir zwei Schichten eingefahren. Ein großer Brocken, die 4.000 Stöcke Almenderas, hat die Maschine diese Nacht erfolgreich zuende gebracht. Drohende Frostnächte und Regentage motivieren das Team, zügig zu arbeiten. Vor allem deswegen, weil sie keine Lust haben, nach dem Regen nochmal anzurücken und durch feuchtes Geläuf zu waten. Außerdem sind die Tagestemperaturen angenehm. Wir kommen gut voran.
Der erste Tag mit null Grad zum Sonnenaufgang. Frostschäden gab
es allerdings keine. Der Tag selbst bringt herrliches Herbstwetter,
teifblauer Himmel, Sonne von Morgens bis Abends. Beim Leseteam machen
sich die ersten Ermüdugnserscheinungen breit. Zwei Erntehelfer
mussten wir schon ersetzten und auch der Rest sehnt sich nach dem Tag,
an dem wir fertig sein werden. Noch gilt es aber, die verbleibenden
Verdejo-Parzellen zu lesesn.
Die Lese kommt zügig voran. Freudlicherweise verschiebt der Wettermann die Regenfälle immer wieder um ein bis zwei Tage. So können wir weiter ohne Probleme lesen. Allerdings haben wir jetzt begonnen, zwei Schichten zu fahren. Eine ist die normale, die Handlese der Trauben, die wir für unsere Weine brauchen. Die andere ist die mit der Maschine, die nachts die Trauben vom Acker holt. Diese sind ausschließlich für Abfüllungen bestimmt, die wir für andere Bodegas vornehmen.
Noch immer hält das Wetter, auch wenn die
Durchschnittstemperaturen ganz langsam den Sinkflug starten. Die
Nachricht des Tages ist, dass die Großen der Szene, allen voran
Agrícola Castellana, die Ernte unterbrochen haben. In den
meisten Anlagen sind die Trauben einfach nicht reif. Unter elf Grad in
La Seca und nicht über neun Grad in der Provinz Segovia. Kein
Wunder, dass die Schnecken still stehen. Auf unsere Lese hat dies
keinen Einfluss, es geht mit Volldampf weiter. Camino La Peña
ist gelesen, der zweite wichtige Rotwein somit im Haus. Trauben dieser
Farbe werden wir nur noch für den Finca La Perdiz lesen, was aber
noch ein wenig dauert. Und einen sechs Hektar großen Weinberg
gibt es noch, gegenüber von La Perdiz. Da diese Trauben respektive
der daraus gewonnene Wein aber weiterverkauft wird, liest hier die
Maschine. Nun ist Putzen angesagt. Die Wechsel von Rot nach Weiß
sind diesbezüglich immer besonders anstrengend.
Flotter Wechsel von weiß zu rot. Finca Camino La Peña
ist an der Reihe, eines der Schwergewichte unserer Parzellen. Über
vier Hektar wollen abgeerntet werden. Die Lese startet bei
wolkenverhangenem Himmel und beschaulichen 11°
Außentemperatur. Zwei Ladungen am Morgen, eine am Nachmittag.
Etwa zwei Drittel konnten gelesen werden. Die Truppe arbeitet gut. Am
Montag wird der Rest dieses Weinberges hereingeholt.
Heute ist der erste Verdejo-Tag. Und gleich geht es an die beiden
Top-Lagen Buenavista und El Alto. Buenavista war schon am Morgen dran.
Nach gut drei Stunden hatte die Crew die 650 Stöcke abgeerntet.
Die Menge wird wohl für das 500-Liter-Barrique, das wir dieses
Jahr erstmals nutzen, ausreichen. Das zweite für diesen Weinberg
vorgesehen Fass mit 300 Litern Kapazität können wir getrost
für einen anderen Wein nehmen, denn 800 Liter Most werden wir aus
dieser Parzelle sicher nicht gewinnen können. Die Kontrollwaage
übermittelt so etwa eine Tonne Gewicht, woraus etwa 600 Liter Most
werden. Finca El Alto ist danach dran. Eigentlich waren für diese
Parzelle der restliche Samstag und der Sonntag vormittag vorgesehen. In
Ermangelung von Trauben konnte die Lese allerdings am Samstag gegen
19:00 Uhr beendet werden. Der Wein dieser Parzelle wird die 13% Vol.
sicher überschreiten, an die 14 aber nicht herankommen. Das, was
nach einem kalten Sommer geblieben ist, ist von außerordentlicher
Qualität. Einen Teil der Trauben verwenden wir für den
Terroir-Wein Finca El Alto, die restliche Menge kommt zu dem
Buenavista-Rest und landet letztendlich im Viña Clavidor
Verdejo. Morgen, am Sonntag, beginnen wir mit der Lese der
zweiten Tinta-Fina-Parzelle, Camino La Peña. Vidal ist
schon leicht nervös, da sich der potentielle Alkohol stramm der
15er-Grenze nähert und die Schalen allmählich weich werden.
Dieser Weinberg ist zwar etwas kleiner als Las Sernas, wo wir am
Mittwoch gelesen haben. Allerdings ist diese Parzelle nicht
hagelgeschädigt, so dass wir da sicher zwei volle Tage zu tun
haben werden.
Ein Blick zum Himmel sagt, dass die Wolken beginnen, sich zu
großen, fetten Gebinden zu vereinen. Das sieht nicht gut aus. Der
Vormittag bringt noch schönes Wetter, warm und trocken. Nachdem
wir bis zum Mittag bereits zwei Ladungen Viura in der Boodega haben,
kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Zwischendurch kommt ein
Laster, dem die Hebebühne fehlt. Als ob sonst nichts zu tun sei,
mussten wir auch noch eine Palette Kiste für Kiste in den Laster
bringen! Nachmittags beginnt es in Medina del Campo heftig zu regnen.
La Seca macht allerdings mal wieder seinem Namen alle Ehre und so
können wir auch den dritten und letzten Teil von El Tomillar
ohne Probleme in die Hütte bringen. Wenn das Wetter mitspielt,
geht es moorgen mit Finca Varrastrojuelos oder einer der
Verdejo-Parzellen weiter.
Der erste Großkampftag beginnt bei herrlichem Herbstwetter.
Noch
hält das Hoch die Wolken auf dem Atlantik. Der Consejo meldet
unterdessen, dass bislang nur wenig gelesen wurde, die Trauuben der
Bewässerungsanlagen werden nicht reif, sondern nur dick. Selber
schuld! Heute beginnt unsere Viura-Lese. Glücklicherweise ist das
Stamm-Team wieder da, so dass es keinerlei Probleme mit den
Erntehelfern mehr gibt. Bei den relativ niedrigen Temperaturen
können wir sogar am Nachmittag lesen. Die ersten Analysewerte
zeigen ein sehr gutes Mostgewicht (potentielle 13% Vol.) bei durchaus
ansprechenden Säurewerten. Hooffentlich hält das Wetter,
damit wir morgen den zweiten Teil gut in die Bodega bringen
können.
Wie immer, so scheint auch in diesem Jahr das Thema Erntehelfer und
deren Arbeitsmoral ein Dauerbrenner zu werden. Heut gab es schon einmal
den ersten Ärger, dieses Team kommt nicht mehr; morgen kommen
andere. An der Ernte an sich änderte dies aber nichts. Finca Las
Sernas wurde abgeerntet. Gut, das war jetzt auch nicht die große
Kunst, da dort ohnehin nicht viele Trauben hingen. Zuckereinlagerung
satt - die 14% Vol. dürften wohl wieder geknackt sein. Das Lesegut
war supergesund, der Schauer letzte Woche hat die Schalen nochmal
gewaschen. Inzwischen sind die Trauben in den beiden Tanks und maischen
bei etwa 10° Celsius vor sich hin. Das Wetter scheint auch zu
halten, nennenswerte Wolken sind nicht in Sicht. Morgen beginnt
der erste Großkampftag: Tomillar, die Viura-Anlage mit 4.000
Stöcken ist angesagt, der größte Weinberg, der zur
Handlese ansteht. Wenn alles gut geht, ist er in zwei Tagen abgeerntet.
Genau um fünf Uhr begann die Traubenlese in unserer Bodega. Der
Sauvignon Blanc, traditionell der erste Wein der Lese, wurde
eingebracht. Nachdem die Trauben in den letzten Tagen noch einen
ordentlichen Reifeschub erhalten haben, war es nun genug. Ein wenig
mehr Zucker als im vergangenen Jahr, etwas weniger Säure, aber
noch ausreichend, um bei der Malo des Finca El Jardín kein
Problem zu haben. Die Menge ist etwas knapper ausgefallen als im
Vorjahr, aber deutlich mehr als im Jahr 2005. Morgen ist Rot angesagt.
Die im Fernsehen haben für die Region gelb angesagt, zumindest bis
zum Ende der Woche. Dazu steigende Tagestemperaturen (gut) und
steigende Nachttemperaturen (schlecht).
Grau und bedrohlich schieben sich die Wolken gegenseitig am Himmel
herum. In den angrenzenden Dörfern hat es teilweise wie aus Eimern
geschüttet. La Seca, wie der Name schon sagt,.... Heute nacht geht
es los!
Strategiebesprechung in der Bodega. Die Kontrakte mit den Erntehelfern werden geschlossen. Dieses Jahr haben wir Glück: da die Kartoffelernte bereits beendet ist, können wir auf das Team zurückgreifen, das auch übers Jahr für uns arbeitet. Nach dem aktuellen Stand der Dinge wird die Reihenfolge sein: Sauvignon Blanc - Tinta Fina (Teil) - Viura - Verdejo Kopfschnitt - Verdejo Drahtrahmen - Rotwein (zweiter Teil). Insbesondere in der Finca Las Sernas sind die Trauben bereits sehr reif. Daher werden wir diese Rotweinlage am Anfang lesen.