Ganz am Ende des letzten Jahrhunderts errichtete die Familie Vidal Soblechero am Ortsrand von La Seca eine kleine, zweckmäßig projektierte Bodega, deren Kapazität auf 200.000 Kilogramm Trauben ausgelegt ist. Ausgestattet ist sie mit elf teilweise zylindrischen Edelstahltanks, um eine exakte Kontrolle insbesondere der Vergärung der weißen Moste zu gewährleisten. Dazu gesellten sich wenig später zwei konische Edelstahltanks, in denen die roten Moste vergoren werden. Ein Isothermtank steht für die Mazeration der Trauben vor dem Gärprozess sowie zur Stabilisierung der Weißweine zur Verfügung.
Der Barriquekeller
mit derzeit 120 Barricas für die Reife der Rotweine befindet sich
in
einem anderen Gebäude, in welchem eine unterirdische Lagerung
der Fässer möglich ist, somit optimale klimatische
Voraussetzungen gegeben sind. Lediglich die
sieben Barricas, in denen der Weißwein fermentiert und ausgebaut
wird, befinden sich in der eigentlichen Bodega. Vidal Vidal, der
technische Direktor der Bodega, legt Wert auf Weißweine, die sich
nicht blass, sondern goldgelb präsentieren. Daher ist, um
Farbstoffe aus den Schalen zu
extrahieren, die
Mazeration eines Teils der Trauben von großer Wichtigkeit.
Vergoren wird der Most in
der Regel bei moderaten Temperaturen. Schließlich sollen sich
die Weine durch eine gute Struktur und Komplexität auaszeichnen
und nicht nur als reine Primärfruchtweine einige Monate
glänzen, um dann in Geschmacksleere zu versinken. Der Verdejo
Viña Clavidor wird vor der Abfüllung einmal filtriert und
stabilisiert. Abgefüllt wird mehrmals im Jahr, da die Temperatur
des Weins in den Tanks besser kontrolliert werden kann als in der
Flasche. Insbesondere in den Monaten Juni bis September, wenn das
Thermometer deutlich über 40°C. klettert, ist diese
Vorgehensweise von großem Vorteil.
Der weiße Barriquewein wird alle zwei Jahre gekeltert. Nach der Mazerazion wird der Most in sieben oder acht neue Barricas aus französischer Eiche gefüllt und in ihnen vergoren. Anfangs wird täglich, später ein- bis zweimal pro Woche eine Bâtonnage, ein Umrühren des Gelägers durchgeführt. Nach der Beeindigung der alkoholischen Gärung durchläuft der Wein die malolaktische Gärung sowie eine weitere Reifezeit von einigen Monaten in den Barricas. Dies reicht aus, um den Wein natürlich zu klären. Er wird ohne Filtration oder Stabilisierung direkt abgefüllt.
Die Rotweine, stets zu
einhundert Prozent Tinta Fina, werden ebenfalls in den
Edelstahltanks vergoren. Eine Gärtemperatur von 28°C. wird
nicht überschritten, um so ein harmonisches Gleichgewicht zwischen
Frucht und Körper zu erreichen. Der Gärprozess zieht sich
über einen Monat, wobei die alkoholische Gärung nach der
Hälfte der Zeit abgeschlossen ist. Der Wein wird danach einmal
abgezogen und verbleibt zum Großteil auch für die
malolaktische Gärung in den Edelstahltanks. Lediglich ein Teil des
Weines, welcher später als Viña Clavidor tinto aus den
Markt gelangt, durchläuft die malolaktische Gärung in
Barricas. Sodann weden die Cuvées erstellt. Der Claudio
Vidal Obregón reift für sechs, der Viña Clavidor
für zwölf Monate in Barricas aus amerikanischer und
französischer Eiche. Die verwendeten Fässer sind zum
Großteil ein bis drei Jahre alt. Nach der Barricareife
werden die fertigen Weine ohne Stabilisierung oder Schönung
abgefüllt.
Analog zu dem Weißweinen gibt es auch im Rotweinbereich einen
Selektionswein. Der Viña Clavidor selección de la familia
wird nur in Topjahren aufgelegt, zuletzt in 2002 und jetzt auch wieder
in 2004. Der Most vergärt hier in neuen Barricas aus
französischer Eiche, in denen der Wein anschließend weitere
sechs Monate reift. Danach wird er in Barricas aus amerikanischer
Eicher umgefüllt, in denen er weitere zwölf Monate verweilt.
Auch dieser Wein wird weder stabilisiert noch filtriert oder
geschönt.